Die Grippe – Definition, Übertragung und Therapie

GrippeDie Grippe ist auch unter dem Begriff Influenza bekannt und wird häufig mit dem grippalen Infekt verwechselt. Die Unterschiede zwischen einer Grippe und einem Infekt sind jedoch deutlich. Der Unterschied zeigt sich nicht nur bei der Art der Erreger, sondern auch beim Krankheitsverlauf.

Die Schwierigkeit, zwischen einer „echten Grippe“ und einem „grippalen Infekt“ zu unterscheiden, sorgt häufig für Probleme. Generell ist die Grippe nach wie vor eine der Krankheiten, die besonders häufig unterschätzt wird. Jedes Jahr wieder sterben mehrere tausend Menschen an der Influenza. Die Grippe ist daher eine der Krankheiten, die besonders häufig für den Tod sorgt.

Die Ernsthaftigkeit einer Grippe wird dennoch immer noch unterschätzt. Ein Vergleich macht jedoch deutlich, dass hier Handlungsbedarf besteht. So gab es im Jahr 2000 beispielsweise 580 Todesopfer durch die Krankheit AIDS. Im Vergleich dazu starben zwischen 7.000 und 14.000 Menschen durch die Influenza. Hätten Sie das gedacht?

Historische Informationen rund um die Grippe

Dass die Grippe bereits in der Vergangenheit für zahlreiche Todesfälle verantwortlich war, macht ein Blick auf die Geschichte der Krankheit deutlich. In den Jahren 1918 und 1919 wütete die Spanische Grippe. Die Anzahl der Todesopfer wird auf rund 25 bis hin zu 40 Millionen Menschen weltweit geschätzt. Betroffen waren damals vor allem Frauen in den Altersklassen zwischen 20 und 30 Jahren.

In den Jahren 1957 bis 1958 folgte eine weitere Grippe-Pandemie. Dieses Mal wurde die Erkrankung als Asiatische Grippe bezeichnet. 1,5 Millionen Menschen starben an der Erkrankung. Noch nicht ganz so lange her ist die Bedrohung durch die sogenannte Schweinegrippe. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung auf Basis des Virus A/H1N1. Erste Fälle gab es im Jahr 2009 in Mexiko, die Erkrankung breitete sich jedoch schnell weltweit aus und kostete knapp 18.000 Menschen das Leben. Inzwischen wird eine Grippeschutzimpfung gegen die Schweinegrippe angeboten.

Die Definition der „echten Grippe“

Die Grippe wird in der Fachsprache als Influenza bezeichnet und von den Ärzten auch gerne „echte Grippe“ genannt. Ausgelöst wird die Infektionskrankheit durch den Influenzavirus A oder B. Auch grippale Infekte sind Viruserkrankungen. Hier liegt der Unterschied jedoch in der Art der Viren. Besonders häufig sind Rhinoviridae oder Enteroviridae die Auslöser für einen grippalen Infekt. Der Verlauf ist deutlich weniger stark als bei einer Influenza.

Der Influenzavirus besteht aus drei Gattungen und wird zur Familie der Orthomyxoviridae gezählt. Sowohl der Subtyp A als auch der Subtyp B kann verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Unter anderem ist eine spezielle Abwandlung des Subtypen A für die „Spanische Grippe“ verantwortlich. Um festzustellen, ob ein Patient an einem grippalen Infekt oder einer Influenza leidet, wird der Arzt einen Bluttest in Auftrag geben. Im Blut ist erkennbar, welche Viren als Auslöser für die Erkrankung verantwortlich sind.

Die Grippe-Viren im Überblick:

  1. Influenza_virusInfluenza A: Der Influenza A-Virus besteht aus unterschiedlichen Subtypen, die in Hämagglutinin und Neuraminidase unterschieden werden. Hierbei handelt es sich um Antigene, die immer wieder mutieren können.
  2. Influenza A Hämagglutinin verfügt über 16 Subtypen, die mit H1 – H16 bezeichnet werden.
  3. Influenza Nueraminidase verfügt über 9 Subtypen, die mit N1 – N9 bezeichnet werden.

Interessant zu wissen: Die Antigene können miteinander permutieren, so entstehen immer wieder neue Erreger.

  1. Influenza B – keine Subtypen vorhanden.
  2. Influenza C – keine Subtypen vorhanden.

Die Übertragung der Grippe von Mensch zu Mensch

Bei der Influenza handelt es sich um eine hochansteckende Erkrankung, die über verschiedene Wege übertragen werden kann. Die Viren selbst dringen durch die Schleimhäute in den Körper ein. Dies kann über die Augen, den Mund oder die Atemwege geschehen. Besonders häufig findet eine Übertragung über die Tröpfcheninfektion statt. Wer mit einem infizierten Menschen in Berührung kommt, der vielleicht gerade niest, hustet oder auch einfach nur in direkter Körpernähe stark ausatmet, der kann bereits mit Influenza infiziert werden. Desweiteren ist die Kontaktinfektion ein weiterer Übertragungsgrund. Beim Nase reinigen kommt es möglicherweise zum Verschmieren von Sekret auf den Händen, die anschließend nicht gewaschen werden. Ein einfacher Händedruck reicht hier schon aus, um die Viren weiterzugeben. Ein infizierter Mensch kann, je nach Subtyp der Viren, die Infektion bis zu vier Tage weitergeben.

Der Krankheitsverlauf bei einer Influenza

Wer mit dem Influenza-Virus in Berührung gekommen ist und sich angesteckt hat, der wird bereits wenige Stunden, spätestens aber nach einigen Tagen die ersten Symptome spüren. Die Inkubationszeit für die Influenza lässt sich nicht auf einen bestimmten Zeitraum eingrenzen. Der Krankheitsverlauf der Grippe beginnt also oft plötzlich und ohne große Vorzeichen. Im gesamten Körper breitet sich ein unangenehmes Gefühl aus, Schwäche und Appetitlosigkeit treten auf. Der Körper beginnt zu fiebern und erreicht dabei nicht selten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius, selten auch mehr. Starke Kopf- und Gliederschmerzen sowie eine bleierne Müdigkeit sorgen dafür, dass der Erkrankte das Bedürfnis hat, alles abzudunkeln, sich hinzulegen und zu schlafen. Angeschwollene Schleimhäute in der Nase und ein trockener Husten sind ebenso weitere mögliche Symptome wie Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Durch die Vielseitigen Symptome ist es oft nicht leicht, die Influenza direkt zu erkennen.

Die Therapiemöglichkeiten bei einer Grippe

Die Therapiemöglichkeiten bei einer Grippe sind relativ eingeschränkt, was die medizinischen Möglichkeiten angeht. Vor allem geht es darum, dem Patienten die ersten Tage so erträglich wie möglich zu machen und die starken Symptome zu lindern. Um diese Linderung sicherstellen zu können ist es wichtig, bereits bei den ersten Symptomen einen Arzt aufzusuchen. Dieser verschreibt möglicherweise Neuramindiase-Hemmer. Da es sich bei einer Influenza jedoch um eine Viruserkrankung handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Umso wichtiger ist es, selbst aktiv zu werden und die Heilung der Grippe so gut es geht zu unterstützen. Wie das funktioniert, kann hier nachgelesen werden.

Sich selbst vor der Grippe schützen

Damit eine Grippeerkrankung erst gar nicht eintritt, kann bereits vorbeugend einiges getan werden. Der Schutz vor der Grippe kann auf ganz unterschiedliche Weise erfolgen. Idealerweise wird das Immunsystem durch die ausreichende Einnahme von Vitamin C sowie durch eine ausgeglichene Ernährung und ausreichend Sport unterstützt. Die Bewegung an der frischen Luft, bereits in Form von langen Spaziergängen, kann den Körper ebenso stärken wie die zusätzliche Einnahme von Zink, um einem Mangel vorzubeugen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hygiene. Auch wenn es gerade in Deutschland sehr verbreitet ist, sich mit einem Handschlag zu begrüßen, so kann der Verzicht auf diese Begrüßungsformel bereits dafür sorgen, dass einer Erkrankung aus dem Weg gegangen wird. Regelmäßiges Händewaschen, auch einfach so zwischendurch, kann ebenfalls hilfreich sein.

Ein Thema, das nach wie vor eher umstritten ist, ist die Grippeimpfung. Die Problematik dabei ist vor allem der Punkt, dass die Influenza durch mehrere Viren ausgelöst werden kann, die Impfung jedoch nicht gegen alle diese Viren schützt. Sie geht lediglich gegen einen bestimmten Viren-Typ vor. Nach der Impfung gibt es nach wie vor ein 50%iges Risiko, an einer Influenza zu erkranken. Dennoch wird vor allem Menschen mit einem schwachen Immunsystem empfohlen, die Impfung in Anspruch zu nehmen. Dazu gehören beispielsweise ältere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Kinder. Ob die Grippeimpfung notwendig ist oder nicht, muss jedoch jeder für sich selbst entscheiden.